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Der Drachenhort

25. Jan. 2021 | Von: Stefan Brönnle | Kategorien: Mythen, Symbole, Drachen | 0 Kommentare

Roter Drache auf Schatz

Wir alle kennen das mythologische Bild wie es in Sagen, Legenden, in Märchen bis hin zur Fantasy-Literatur geläufig ist: Der Drache behütet einen unglaublich großen Schatz, den sogenannten Drachenhort. Die Verbindung von Drache und Schatz ist so eng, dass sie symbolisch kaum zu trennen ist. In der isländischen Gull-Þóris Saga aus dem 14. Jahrhundert ist der Drache ein Held, viking Vale, der mit seiner ganzen Sippschaft - ebenfalls Drachen - einen riesigen Schatz bewacht bis er von Thorir besiegt wird. Der Drache Fafnir hütet ebenso in der Edda einen Hort, den er zusammengetragen hat auf der Gnitalheide. In der Völsunga Saga liegt der Schatz Fafnirs in einem Otterfell (sein erschlagener Bruder), das solange mit Gold bedeckt werden musste, bis nichts mehr davon sichtbar war. Der Schatz als eine Art Sühneopfer. Und auch im Beowulf-Mythos hütet das drachenartiges Ungeheuer Grendel seinen Schatz. Wir könnten endlos so weiter machen....

Manche der Schätze sind magisch, andere verflucht. Wir sehen darin, dass der Schatz mehr ist als einfach reichtumverheissende Materie. Der Nibelungenring kann den Schatz vermehren, aber er wurde verflucht und bringt seinem Besitzer den Tod. Der Schatz steht symbolisch für eine Gabe, einen geistig-seelischen Urzustand, der vom Hüterwesen Drache bewacht wird. Da der Drache selbst eng mit der Erde verbunden ist, wie wir ausgiebig in anderen Beiträgen dargelegt haben - nicht zuletzt lebt er oftmals im Berg, in Höhlen und unter der Erde und sammelt ebendort auch seinen Schatz - steht der Drachenhort für die "Schätze der Erde".

Vielzuoft werden auch hierin, der menschlichen Denkart entsprechend, nur Rohstoffe gesehen. Doch der Erdenschatz ist viel mehr. Wie in den Mythen dargelegt, verändert er seinen Besitzer: Wird der Schatz geraubt, verwandelt sich der neue Eigentümer in einen gierigen und gewalttätigen Menschen (wie der Arkenstein, der im Herzen von Erebor gefunden wurde [das Herz des Berges], Thorin Eichenschild im Hobbit hartherzig werden lässt). Wird der Schatz jedoch gewonnen oder geschenkt, so überträgt sich auch dies auf seinen Besitzer und beschenkt ihn zudem mit allerlei Fähigkeiten und ungeahnter Großzügigkeit. Der Schatz ist somit eine wiedererlangte Seelenbeziehung des Menschen zur Natur und zur Erde. Sein Erringen verlangt wie es im Märchen so schön heißt ein "reines Herz", das gleichsam selbst der Schatz ist.

In diesem Sinne ist der Drachenhort eine verborgene Kammer, die uns mit dem Seelenraum der Erde verbindet. Das Finden dieser Kammer im eigenen Herzen öffnet auch den Erden-Seelen-Raum. Der Drache muss nicht bezwungen werden, wenn der Schatz glücksverheißend sein soll. Man muss sich ihm zuwenden, so dass der Drache den Schatz frei gibt.

Der Drache und die Zwerge

Eng verbunden ist der Drachenschatz mit jenem der Zwerge. Am offensichtlichsten wird die enge Verbindung in den eddischen Schriften wie der Reginsmál und Fáfnismál: Reginn ist ein Zwerg und zugleich ist er der Bruder des Drachen Fafnir! Das Brudermotiv verweist stets auf eine Wesensverwandtschaft oder gar -identität. Reginn ist der Ziehvater von Sigurd und Reginn ist es auch, der das Drachentöterschwert Gram schmiedet. Drache, Zwerg und Drachenhort sind in ihrer Symbolik eng verwoben und bilden gleichsam einen Symbolkreis. In der Nibelungensaga ist der Zwerg Alberich der Hüter des Nibelungenhorts.

Einmal mehr verweist dieses enge Symbolverhältnis darauf, dass der Schatz ein Erdenschatz ist, denn mit der Erde, mit den Bergen und Stollen sind die Zwerge eng verbunden. Einst hilfreiche Geister, wurden auch die Zwerge wie die Drachen mit dem zunehmenden Einfluss des Christentums in ihrer Darstellung immer gieriger und bösartiger.

Es scheint dass der Erdenschatz als ein Spiegel wirkt. Was der Mensch in ihn hineinprojiziert, strahlt er zurück. Je seelisch abgetrennter der Mensch von der Erde wurde, umso mehr erscheinen ihm die hilfreichen Erdgeister als bösartige und rachsüchtige Zwerge und die Drachen als Symbole des Bösen schlechthin. In der engen Verbindung von Zwerg und Drache wird offenbar, dass auch der Drache letztlich ein "Erdengeist" ist, doch ist seine Wesenhaftigkeit gleichsam viel archaischer und ursprünglicher als die der Zwerge.

Der Seelenspiegel

Der Schatz ruht in den tiefsten Schichten der Erde. Er ist eng mit der Erde an sich verbunden und strahlt als Seelenspiegel das zurück, was der Mensch in der Erde sehen will. Es darf daher nicht um den Raub des Schatzes gehen, es muss in einem neuen geokulturellen Verhältnis des Menschen zur Erde gleichsam um eine Erlösung des Schatzes gehen! Den Schatz finden, um der Schatz zu sein, ist die Aufgabe. Wird der Mensch selbst zum Schatz der Erde, steht er allen gleichermaßen zur Verfügung und die Drachen werden seine Schützer sein...

#FreeDragon

Bild © Melkor3D/Shutterstock

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