Unsere Pflanzengeister - Die Küchenschelle


KüchenschelleAndere Namen: Bocksbart, Glöckl, Glockrose, Haberblume, Klockenblaume, Klockenblome, Kuhschelle, Nickende Kuhschelle, Märze(n)bluem, Merznbecherl, Osterblom, Osterblume, Osterglocka‚ Schlafsack, Teufelsbart, Trolla, Usterblume, Wolfspfote

Die Abgrenzung der Arten untereinander, als auch die genaue Bestimmung der zahlreichen Unterarten, Varietäten und Formen gestaltet sich in dieser Gattung, die zudem zu starker Hybridisierung neigt, als extrem schwierig. Im Brauchtum und Mythologie spielt sie zudem kaum eine Rolle.

Da die halb geschlossenen Blüten kleinen Glocken ähneln, wurde die Pflanze als „Kuhschelle" benannt. Die Verkleinerungsform „Kühchen” hat zur Bezeichnung „Küchen"-Schelle geführt. Der botanische Gattungsname „PulsatilIa" leitet sich vom lateinischen „pulsatus” oder „pulsare” ab, was „schlagen” bedeutet und vermutlich ebenfalls auf das „SchIagen” der Glocke hinweist.

Nach römischer Mythologie entstand die Küchenschelle, als Adonis auf der Jagd nach einem Eber getötet wurde. Darüber vergoss die Göttin der Liebe, Venus, heiße Tränen, aus denen die Küchenschelle erwuchs.

Schon in diesem Mythos taucht die weinende Frau auf. Interessanterweise wurde die Küchenschelle schon bei Hippokrates gegen hysterische Angstzustände empfohlen. In der Homöopathie gilt der Konstitutionstyp „Pulsatilla” konform mit den Eigenschaften eines empfindsamen traurig-weinerlichen Mädchentyps mit hellen Haaren und blauen Augen.

Im Volksglauben ist die wild immer seltener zu findende Blume eher negativ gefärbt. „Teufelsbart” oder „Bocksbart" nannte man sie. Im Brandenburgischen war man sogar davon überzeugt, dass der Fruchtstand die Stelle kennzeichnen würde, wo der Jäger eine Hexe aus der Luft heruntergeschossen habe. In anderen Regionen glaubte man, dass die jungen Gänschen im Ei ersticken würden, wenn man sich die Kuhschelle ins Haus holen würde. Andererseits wurde den ersten im Frühling zu findenden Blüten große Heilkraft nachgesagt. In ein rotes Tuch gewickelt und bei sich getragen schützte die Pflanze vor allerlei Krankheiten. Im Garten kultiviert, schützt sie Haus und Garten. Die Blüten wurden in Heilungsritualen verwendet. Aus den getrockneten Blüten und Blättern stellte man ein Stärkungsmittel her, das besonders bei nervösen Frauen eingesetzt wurde.

In manchen Regionen gilt die Küchenschelle als „blaue Osterblume” und ist damit selbstverständlich mit Wiederauferstehung und Neuanfang verbunden. Verräuchert soll die Blüte die Hellsichtigkeit unterstützen.

Ähnlich wie das homöopathische Mittel wirkt auch die Blütenessenz. Sie wird Menschen empfohlen, die zur Unbeständigkeit neigen, die in einem Moment voller Energie und im nächsten schon völlig erschöpft sind. Die Blütenessenz fördert das Gefühl der Sicherheit, der inneren Erdung und wirkt ausgleichend auf die Lebensenergie. Sie bietet uns Schutz, und hilft uns dadurch, auch unsere weichen Seiten zu leben.

Die Küchenschelle - Geist der inneren Weichheit

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