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Die Disen und die Ljosalfar

19. März 2025 | Von: Stefan Brönnle | Kategorien: Mythische Wesen | 0 Kommentare

Disen und Ljosalfar in einem Steinkreis

Am vergangenen Disiblót (Disablót), dem Fest zu Ehren der Disen hatte ich zu den Ljosalfar (keltisch Sidhe) Kontakt wie ebenso zu den Disen. Da beide einander sehr ähnlich sind, wollte ich Genaueres wissen, ob „Lichtelben“ und „Disen“ tatsächlich gleichzusetzen sind, oder ob es vielleicht doch noch Nuancen zwischen ihnen gibt.



Wer sind die Disen?


Die Disen kommen in der nordischen Mythologie häufiger vor. Oft werden z.B. auch die Walküren oder gar die Nornen als Disen gesehen. Dem Mythos nach waren es u.a. die Disen, die Odin das Geheimnis der Runen zuteilwerden ließen.
Die Disen werden stets als ein weibliches Kollektiv dargestellt, obgleich gelegentlich auch eine Göttin Disa, Diese oder Dis auftritt. Nach dem isländischen Volksglauben sind die Disen die Seelen verstorbener Frauen. So ist nach Jakob Grimm das altsächsische Wort für „Frau“ „Idisi“. Die Disen sind Geburtshelferinnen und Seelenführerinnen, Schicksalsgöttinnen und Kämpferinnen. Sie stehen dem Göttergeschlecht der Vanen nahe und werden in den Sagen meist als unsichtbare oder transparente weibliche Wesen beschrieben.

Bisweilen können die Disen auch durchaus gefährlich bzw. destruktiv sein, wie im Reginsmál Strophe 24 beschrieben:

Þat er fár mikit, ef þú fœti drepr, þars þú at vígi veðr: tálar dísir standa þér á tvœr hliðar oc vilia þic sáran siá.

Gefahr droht, wenn dein Fuß strauchelt, da du zum Kampfe kommst: Böse Disen stehen zu beiden Seiten und wollen dich versehrt sehen.



Die Disen: Naturgeister, Göttinnen oder menschliche Ahninnen?

Die starke Analogie zwischen den Disen und den Ljosalfar, den Lichtelfen oder Lichtelben wird auch von anderen Autoren immer wieder erkannt, doch sind sie
diesen tatsächlich gleichzusetzen?

Auch mir erschienen die Disen als weibliche, strahlenden Gestalten. Darum befragte ich sie zu ihrem Wesen und ihrer Beziehung zu den Ljosalfar, die im keltischen Sidhe genannt werden. Die Antwort war komplex und zeitgleich sehr schlicht:

Bei den Disen handelt es sich tatsächlich um menschliche Ahninnen (siehe oben beschriebenen isländischen Volksglauben) aus matrifokaler Zeit. Es waren Frauengruppen, vielleicht einer Art „Kloster“ nicht unähnlich, eine Schwesternschaft. Diese Frauen waren zutiefst mit der Erde als Wesen verbunden. Sie hielten eine enge Beziehung zu den Ljosalfar/Sidhe, so eng, dass sie nicht nur mit diesen zusammenwirkten, sondern dass besonders Begabte die Ljosalfar inkorporierten. Dies meint, sie nahmen das Wesen eines Ljosalfar in sich auf und boten ihm dadurch einen physischen Körper, über den dieser wirken konnte. Die Beziehung der jeweiligen Dise zu „ihrem“ Lichtelben wurde so eng, dass es immer wieder vorkam, dass, eine der Frauen die Lichtelbin dauerhaft ihren Körper mitbewohnen ließ und sie sich diesen gemeinsam teilten. Auf diese Weise kam es auch zur Seelenverschmelzung.

Obgleich es nun die Gruppe der Disen physisch nicht mehr gibt, sind die Disen weiterhin in der Seelensphäre Gaias präsent. Während jedoch die Sidhe/Ljosalfar älter sind und aus einer sehr frühen Kulturepoche stammten, sind die Disen „jünger“, wenn auch gleich aus einer noch matrifokalen Kultur stammend. Sie hielten die Brücke zwischen inkarnierten Menschen und „Sidhe“.

Insofern sind die Disen tatsächlich mit den Sidhe beinahe gleichzusetzen. Nur eine sehr detaillierte Betrachtung lässt Unterschiede erkennen. So sind die Disen IMMER weiblich, während bei den Ljosalfar/Sidhe sowohl männliche als auch weibliche Wesen existieren. Beide Seelengruppen sind eng mit dem chthonischen Seelenelement verbunden und daher Gaia/Dana sehr verbunden. Sie unterstützen die Fruchtbarkeit von Orten, können aber eben auch als Psychopompos, als Seelenführer, in erdennahe Jenseitssphären fungieren.

Disenorte tragen sehr häufig noch die Verbindung im Namen. Ich habe schon darauf hingewiesen, dass die Wirkstätte der Heiligen Hildegard von Bingen, der Disibodenberg, m.E. nicht wie herbeigeschrieben wurde, auf einen Einsiedler Disibod zurückzuführen ist (der zum Zeitpunkt der Klostergründung schon lange verstorben war), sondern in meiner Interpretation auf dem Opferfest zu Ehren der Disen Disiblót zurückzuführen ist. Der Disibodenberg ist damit ein klassischer Disenort und ihre Präsenz ist auch heute noch deutlich zu spüren.
Interessant ist, dass die Disen-Orte häufig auch im Christlichen mit einer weiblichen Heiligen verbunden sind, die irgendwie so gar nicht ins propagierte Bild einer demütigen Frau passt (Odilienberg – Odilia, Dießen – Mechtildis, u.a.).

Die Disen sind daher für mich ein starkes Symbol dafür, dass eine innige Seelenbeziehung des heutigen Menschen mit Gaia und ihren Wesen durchaus möglich ist, dass wir in der Moderne ebenfalls befähigt sind, mit den Wesen Gaias (Naturwesen, Sidhe, Disen) zu kommunizieren und die Neue Erde nur auf einen Brückenschlag wartet.

Weisheit der Erde 28.5.-1.6.2025




Bild: Shutterstock AI Generator


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