Wandelzeit: Zeiten des Chaos


Drache in WasserwirbelnDie Verschüttelung stellt in der Homöopathie einen der wesentlichen Schritte der Potenzierung dar. Hahnemann hat im Laufe seiner Forschungen den Vorgang des Verschüttelns mehrfach umschrieben. Er wechselte die Begrifflichkeit von „starkem, anhaltenden Umrühren", zu „innig gemischt", „gleichförmiger und inniger Vermischung", „durch fleißiges Schütteln wohl vereinigt", bishin zu „durch minutenlanges Schütteln innig vereinigt". Samuel Hahnemann sieht in der "Dynamisierung der Lösung" durch die Dilution jenen Weg, durch den sich die „geistartige Arzneikraft" vom Arzneimolekül löst und potenziert in das Trägermedium übergeht. Wir würden heute von "Information" sprechen, doch es ist nicht daran zu "rütteln", dass der Vorgang letztlich ein ritueller ist.

Der Umbruch in eine höhere Wirksamkeit bedarf somit der vorherigen Chaotisierung, wobei wir den Begriff gleich noch genauer betrachten müssen. Im Ersteindruck ist das Chaosmoment ein Zustand, oder vielmehr eine Dynamik, die undurchschaubar scheint, ein Moment des "unerträglichen Wirrwarrs".

In der Tat entspringt das Wort "Chaos" (von altgriechisch χάος cháos) der antiken griechischen Mythologie und ist dem Kosmos, der Weltordnung, entgegen gerichtet. Chaos hängt etymologisch mit dem griechischen Verb χαίνω chainō („klaffen, gähnen") zusammen. Wir könnten das Chaos also als "gähnende Leere" übersetzen. Mythologisch wäre das griechische Chaos also der gähnenden Urschlucht Ginnungagap aus der nordischen Mythologie durchaus vergleichbar. Nach Hesiod (ca. 700 v. Chr.) ist Gaia ein Abkömmling, eine Tochter, des Chaos. Sie entstand zeitgleich mit ihren Geschwistern Nyx (Finsternis der Nacht), Erebos (Finsternis der Unterwelt), Tartaros (Unterwelt) und Eros (Liebe). Aus dem Chaos entspringen mit Gaia gleichsam die Urkräfte der Existenz.
Sehr ähnlich ist dies mit dem tohu vavohu aus dem Hebräischen, wir kennen den Begriff als das verballhornte Tohuwabohu, das wir guten Gewissens als "Chaos" übersetzen können. Tohu und (va) vohu entsprechen den babylonischen Urdrachen Tiamat und Abzu. Die Mütter der Erde (Gaia) sind letztlich auch die Drachenkräfte, die von uns als chaotisch und der Ordnung des Kosmos entgegengesetzt empfunden werden.

Mythologisch entspringt aus dem Chaos die Schöpfung, aus dem scheinbaren Nichts das Leben. Es ist durchdrungen von der Drachenkraft und die Basis Gaias.

In der Chaosforschung schließlich wird das Chaos gar nicht als das gesehen, als das es umgangssprachlich genutzt wird. Die Chaosforschung ist ein Teilgebiet der nichtlinearen Dynamik. Die Chaosforschung beschäftigt sich mit Ordnungen in dynamischen Systemen, deren Entwicklung unvorhersagbar erscheint. Die ihr zugrundeliegenden Gleichungen sind jedoch deterministisch. Die Chaosforschung zeigt im Grunde die Ordnung des Chaos auf.

Auch Viktor Schauberger verstand die Wirbelbildung des Wassers als ein geordnetes Gebilde. Kurzfristige Störungen, die zu einem chaotischen Zustand führen, werden umgehend ausgeglichen und führen unmittelbar zurück zu zentripetalen und zentrifugalen geordneten Wirbeln, die nichtsdestotrotz für einen Betrachter als ungeordnet erscheinen können. Das Wasser schwingt sich durch die Wirbel im scheinbaren Chaos empor zu einem höheren energetischen Zustand.

Wir erkennen also in dieser kurzen Betrachtung das Chaos als einen Urgrund der Urkräfte, der neue Ordnung und höherwertige Seinszustände erzeugt. Dennoch ist der Moment der Störung ein sensibler, denn er erlaubt es der "geistartigen Arzneikraft", die nur in Spuren vorhanden ist, sich auf das ganze Trägermedium zu übertragen. D.h. das Medium ist in diesem Zustand offen für alle möglichen geistigen Kräfte. Letztlich ist es die rituelle Ausrichtung des Potenzierenden der mitbestimmt, ob die heilende Arzneikraft oder das Gift das Trägermedium mit seiner Information durchdringt.

Gesellschaftlich gesehen befinden wir uns in einer Chaoszeit. Alte Systeme brechen zusammen. Der Sturm auf den Reichstag und auf das US-Kapitol sind (inszeniert oder nicht) Symbole des Umbruchs und des scheinbaren Chaos. Die in Ver-Ordung-en gegebenen Gesetze, die eigentlich Ordnung schaffen sollten, führen - insbesondere in ihrer Unlogik - zu immer größerer Verwirrung, zu chaotischen Zuständen, die wir hier nicht weiter auflisten müssen. Das Trägermedium der Gesellschaft befindet sich im Wirbelumbruch und es ist unwahrscheinlich, dass z.B. die Parteienlandschaft nächstes Jahr noch die gleiche sein wird wie heute. Auch die Wirtschaft verändert sich mit hohem Tempo. Wir befinden uns geistig-gesellschaftlich im Prozess der Dilution, der Potenzierung.

Umso wichtiger ist nun der rituelle Aspekt, die geistige Kraft. Was wird die sich zweifelsohne wiederherstellende Ordnung bestimmen? Welche geistigen Kräfte werden sich in der Trägermasse der Gesellschaft verbreitet haben? Die Frage ist viel grundlegender als politisch "links" oder "rechts", als "Mainstream" oder "Alternative", ja selbst als "technokratische Diktatur" oder "geokulturelle Demokratie": Das aktuell empfundene Chaosmoment setzt gewaltige Emotionen frei. Das ist einerseits gut so, denn diese geben die Energie für den Quantensprung, doch wenn die Emotionen sich in Wut, Hass und Gewalt erschöpfen, wird genau dieser Impuls den Kern der zukünftigen neuen Ordnung bilden. Egal wie also jeder einzelne zu den Regierungsmaßnahmen stehen mag - ob "notwendig" oder "fahrlässig überzogen"- viel grundsätzlicher ist der rituelle Impuls der seelischen Grundhaltung. Wir müssen die Ängste des jeweils anderen ernst nehmen. Dies ist keine Frage der intellektuellen Diskussion, sondern der emotionalen Zuwendung. Keine Panikreaktion darf uns dazu veranlassen, diesen sensiblen Moment des chaotischen Umbruchs mit Hass und Gewalt zu vergiften. Schaffen wir es, in diesem Moment der Verschüttelung die Herzen offen zu halten, werden die Drachen aus dem Chaos, eine neue Welt gebären, eine Erneuerung Gaias!

 

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Bild © Stefan Brönnle (Vorlagen Andrey Armyagov / shutterstock & Thinkstock)

 


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