Ältester Tempel der Menschheit: Göbekli Tepe


Steinpfeiler in Göpekli TepeGöbekli Tepe, 15 Kilometer nordöstlich der südostanatolischen Stadt Şanlıurfa in der Türkei, gilt aktuell als älteste architektonische Kultstätte der Menschheit. Der Name Göbekli Tepe bedeutet so viel wie "bauchiger Hügel", weil er wie eine schwangere Frau erscheint. In 750 Metern Höhe ist es der höchste Punkt des Umlandes. Bereits in den 1960er Jahren als steinzeitliche Fundstätte indentifiziert, wurde der Ort lange unbeachtet gelassen, weil sich auf ihm ein islamischer Friedhof befand, der gewöhnlicherweise nicht angetastet werden darf. Dies bedeutet, dass der Ort bis in unsere Zeit hinein ein heiliger Ort war und ist.

Der älteste Teil der Anlage mit rund 300 Metern Durchmesser wird auf ca. 9600 vor Chr. datiert, wobei nur 1,5% ausgegraben wurden. Wir wissen also nicht, ob es nicht noch deutlich ältere Nutzungsschichten gibt. Aktuell wurden 7 kreisförmige Steinanlagen ausgegraben. Typisch sind die T-förmigen Steinsetzungen, die oft mit Tierreliefs behauen sind - bis zu 7 Meter hoch und 20 Tonnen schwer. Durch geophysikalische Untersuchungen geht man von bis zu 20 Kreisanlagen mit 200 Steinsetzungen aus.

Die zentrale Struktur des Ortes lässt Göbekli Tepe als typischen Weltenberg offenbar werden, als zentrales Heiligtum vermutlich in einer Phase wenigstens temporärer Sesshaftwerdung. Herdplätze und Feuerstellen, die auf eine dauerhafte Siedlung schließen ließen, wurden bislang nicht gefunden und die Knochenreste von Gazellen, Hirschen und Wildschweinen beweisen, dass die Menschen noch keine Nutztiere hielten, sondern weiter zur Jagd gingen. Diese Tiere finden sich auch auf den Steinreliefs: Springende Gazellen, Füchse, Wildschweine, Löwen, Leoparden, Stiere, aber auch mit Schlangen, Kröten und Spinnen,... Zumindest in den jüngeren Schichten sind auch Bestattungen und Totenkulte nachweisbar, die ja letztlich offenbar bis in moslimische Zeit anhielten.

Der Weltenberg und Zentrum der jungen Welt ist daher mit dem Leben (Fruchtbarkeit, Schwangerschaft) ebenso verbunden wie mit dem Tod. Es ist der ewige Zyklus der Inkarnation, der hier Verehrung findet.
Die archaeo-astronomischen Arbeiten des Architekten Giulio Magli zeigen auf, dass Göbekli Tepe in erster Linie auf Sirius ausgerichtet war: "Tatsächlich führte die Präzession (also die Ausrichtung der Erdachse) für den Breitengrad von Göbekli Tepe dazu, dass Sirius etwa 15.000 v. Chr. Unter dem Horizont verschwand - also am Nachthimmel von hier aus nicht zu sehen war. Nach dem Erreichen des Minimums kam Sirius dem Horizont dann aber wieder näher und wurde gen 9300 v.Chr. tief über dem Horizont stehend wieder als 'neuer' und besonders heller Stern von Göbekli Tepe aus sichtbar."

Nach seiner Blüte, die bis ca 7900 v.Chr. anhielt, wurde der Ort verlassen. Doch die Menschen verließen den Ort nicht einfach, auch wurde er nicht zerstört, die monumentalen Pfeiler wurden mit Erde überhäuft, darunter auch 700 menschliche Knochen. Der "älteste Tempel der Menschheit" wurde buchstäblich beerdigt.

 

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Bild © PTZ Pictures/shutterstock


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