Wandelzeit: Gaia und der Drache


Relief von Gaia und dem DrachenAm Portal der Basilika San Marco in Venedig ist eine wunderbare Szenerie dargestellt: Eine teilweise unbekleidete Frau sitzt auf einem Drachen. Aus ihren Händen sprießen Blätter. Aus dem Schwanz des Drachen bildet sich ein weiterer, kleinerer Drache, der - einem Baby gleich - an der Brust der Frau zu trinken versucht.

Wer ist diese Frau? "Maria, die Schlangenzertreterin", die so gerne christlich dargestellt und interpretiert wird, kann es nicht sein, obwohl viele Attribute ihr gleichen. Barbusig wird die Muttergottes nur sehr selten dargestellt und wenn, dann das Christuskind stillend und nicht einen Drachen, der doch christlich meist für das Böse steht. Wer ist also diese Frau, die ganz offensichtlich innig verbunden ist mit der Kraft des Drachen?

Es ist Gaia! Es ist die Natur, die Erde, selbst! Sie reitet den Drachen und nährt ihn zu gleich. Die aus den Händen sprießenden Blätter sind überdeutlicher Beleg dafür!
Gaia sitzt auf dem Drachen. Der Drache ist ein uraltes Symbol der Urkraftebene der Erde. Bestehend aus den Pranken eines Löwen und feuerspeiend (FEUER), aus den Schuppen eines Fischs (WASSER), aus dem Körper eines Reptils (ERDE) und angetan mit Flügeln (LUFT) ist der Drache die Union der 4 Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft, ja gleichsam das fünfte Element, die Quinta Essentia, das Ätherische.

Diese Urkraft der Erde, die Lebenskraft wird von GAIA genährt (gestillt) und zugleich geritten. Die Drachenkraft ist das Vehikel des Lebens auf Erden, sie durchdringt die Sexualität, die Kreativität, die Vitalkraft der Pflanzen, den Atem der Tiere und des Menschen. Die Drachenkraft ist jene Lebenskraft, die die Basis für Gaias Wirken bildet. Darum reitet Gaia auf dem Drachen, er ist ihr "Pferd", ihr Vehikel, über das sie die Lebensprozesse auf Erden durchströmt.

Zugleich wird die Kraft des Drachen unmittelbar von Gaia selbst genährt. Er hängt an ihrem Busen wie Christus von Maria gestillt wird. So nimmt der Drache mit der Muttermilch gleichsam die Essenz, das Wesen Gaias selbst, in sich auf.

Wirkkraft der Großen Göttin und zugleich aufs Innigste mit ihr verbunden, so stellt sich die Beziehung des Drachens mit Gaia dar. Wer das eine stört und schädigt, schädigt auch das andere. Beide sind untrennbar verbunden.

Wenn die Tötung des Drachen in den patriarchalen Kulturen zum obersten Prinzip erhoben wurde, dann geht dies einher mit der Tötung der Natur. Die Beengung und Einkerkerung, die Folter und Unterdrückung von Lebensfreude - Gesang, Tanz, körperlicher Nähe, des Atems und der Fruchtbarkeit -, mit der wir der Natur, den Pflanzen, den Tieren und nicht zuletzt auch dem Menschen selbst, begegnen, ist Ausdruck des Versuchs, die Kräfte des Drachen zu bezwingen, ja, den Drachen selbst zu töten. Nur übersehen wir dabei, dass wir damit die Basis unserer Lebenskraft, den Lebensodem und das Seelenwasser, selbst vernichten. Ohne den Drachen keine Gaia, ohne Gaia auch kein Mensch.

Dieses Bildnis aus Venedig ist immerwährende Mahnung - gerade in der heutigen Zeit -, die innige Verbundenheit von Drache und Erde nicht zu bekämpfen. Wir sind aufgefordert, sie zu respektieren, zu ehren, ja, zu unterstützen! Die Urkraft der Erde muss frei leben dürfen. Eine gebundene Energie des Drachen führt zu einem gebundenen Menschen, der selbst unterdrückt und ausgesaugt wird, der jeglicher Lebensfreude beraubt und zur seelenlosen Arbeitsmaschine degradiert wird, so wie wir auch die Tiere in den Tierfabriken zu seelenlosen Fleisch- und Milch-Produzenten herabwürdigen wollen.
Diese Zeit ist vorbei, sie muss vorbei sein, wenn der Mensch als seelisches Geschöpf weiter leben will.

Gaia und der Drache sind eins!

 

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Kommentare (3)

  1. Rea Caroline Katherina Blanc:
    24.05.2020 17:07

    Die Interpretationen können hier recht vielfältig sein. Jenachdem, von welcher Seite man es betrachtet.
    Vielleicht ist es aber auch nur die Andeutung dessen, dass sich ein reptiloides Wesen mit einer menschlichen Frau paart. Verschwörungs-Theorie?

  2. Stefan:
    29.05.2020 16:59

    Lieber Stefan, vielen Dank für Deine berührende Interpretation zum Relief an der Basilika San Marko (Venedig). Deine Schlussfolgerung, Dein energisches Statement sprechen mir aus dem Herzen. Gerade auch in dieser Zeit denke ich mehr und mehr darüber nach, wie ich mich in den Prozess mehr einbringen kann, welches mein Weg ist die Bewußtwerdung der Verbindung zur Erde zu unterstützen...
    Ergänzend hätte ich eine Frage. Wie ist Deine Interpretation des gegenüberliegenden Reliefs an der anderen Basis des Portalbogens. Dort sitzt ein Mann auf einem Drachen reitend. Aus seinem Mund (wenn ich das richtig deute) entspringen zwei Schlagen, die seine Arme umschlingend zu binden scheinen um schließlich in seine Waden zu beißen(?). Aus den Händen beider Figuren (also auch der Frau) entspringen Blätter bzw. die Ranken, die den ganzen Bogen umspannen, Tierfiguren umrahmen, Trauben und Granatäpfel tragen um sich schließlich im Scheitel zu treffen (zu vereinen?, Vereinigung des männlichen und weiblichen Prinzips? als Schöpfungsprinzip...
    Herzliche Grüße
    Stefan Sch.

  3. Stefan Brönnle:
    29.05.2020 17:43

    Vielen Dank.
    ich kann hier natürlich in der Kürze nicht dieselbe Interpretationstiefe darlegen wie in dem Artikel. Aber letztlich - ja, das ist richtig - stellt das Relief ein Pendant dar. Ich meine, es ist der "Wilde Mann" (dazu habe ich bereits öfter einen Artikel veröffentlicht.) Er atmet die Drachenkraft aus. (Siehe dazu unseren aktuellen Beitrag aus Sibylles Tranceerfahrung "Atem der Erde".
    Zur Symbolik der Wade könnte man jetzt viel erzählen. Z.B. wird sie dem astrologischen Zeichen Wassermann zugeordnet. Insofern wäre es eine prophetische Darstellung, wann die Erdkräfte ausgeatmet werden (dazu vielleicht später mal mehr). Der Wassermann wiederum steht für den vergöttlichten Menschen usw...

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