Lasst das Seelenwasser fließen!


auftreffende WassertropfenDer Regen bleibt aus. 2018 war das vierttrockenste Jahr in Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881, zugleich war es das wärmste Jahr im gleichen Zeitraum, was klimatologisch als einzigartig zu benennen ist. Aktuell hat das Umweltministerium Brandenburg die höchste Waldbrand-Warnstufe 5 ausgerufen. Und der Sommer 2019 hat noch gar nicht begonnen.

Wasser besitzt einen starken Bezug zur Seelensphäre der Erde. Nicht umsonst stammt das deutsche Wort „Seele" vom urgermanischen saiwalō ab und dieses seinerseits vom urgermanischen saiwaz (=„See"). Wasser und Seele sind quasi eins.

Soweit man das nach einem erdgeschichtlich doch sehr kurzen Zeitraum sagen kann, trocknet die Erde sozusagen seelisch aus. Die emotionale Hinwendung der Menschen zur Erde nimmt immer mehr ab. Wir unterdrücken unsere Gefühle, sperren sie ein, trocknen sie aus. Doch Emotionen wollen „hinausbewegt" werden, das Wort E-Motion (Hinaus-Bewegung) ist hier offensichtlich genug. Werden die Gefühle nicht gelebt, werden sie toxisch, um schließlich als Negativreaktion zu „explodieren", was zur Aggression anderen gegenüber führt, oder zu „implodieren", was zu Autoaggression führt.

Ist es überinterpretiert, im menschlichen Emotionsverlust und der Austrocknung unserer Böden eine Synchronizität zu sehen? Das Seelengewebe der Erde „braucht" die Emotionen der Menschen, es braucht eine Zuwendung derer, die doch biologisch und geistig evolutionär Teil der der Erde sind: Der Menschen. Über 70% der Erde sind mit Wasser bedeckt, das unsichtbare Wasser in Boden und Luft noch nicht eingerechnet. Und genau dieses Wasser strafen wir mit Verachtung. Wir vermüllen die Meere mit Plastik (wie auch wir immer mehr in einer emotionalen Plastikwelt leben), wir säuern den Regen wie auch wir selbst immer mehr übersäuert sind, wir zerstören die Feuchtigkeitsregulatoren der Wälder wie wir auch das harmonische emotionale Miteinander immer mehr vernichten. Wichtiger ist, in den sozialen Netzwerken, dem anderen „eins drauf zu geben", ihn herabzuwürdigen und sich selbst über ihn zu erheben, als auf eine harmonische Art Gefühle auszutauschen. Und wie sollte dies auch in der sterilen Welt der Binärcodes gehen? Wie sollte das Seelenwasser zwischen uns fließen, ohne, dass wir einander sehen? Warum wundert es uns da, dass auch der Fluss und die Verbindung des „Himmelswassers" zur Erde ausbleibt?

Die Frage ist, sind wir bereit, uns verletzbar zu machen? Sind wir bereit, die Panzer, die uns schützen, aber auch den Seelenfluss unterbinden, fallen zu lassen? Die versteinerten Hausumgebungen, die man nur noch sehr euphemistisch überhaupt als „Gärten" benennen kann, sind sichtbarer Ausdruck unseres gelebten Wunsches, jegliches Wasser, jegliche Emotionalität, von uns fernhalten zu wollen. Es sind buchstäblich versteinerte Gefühle, mit denen wir uns einigeln.

Für mich ist die zunehmende Trockenheit ein alarmierender Warnruf, sich dem eigenen Seelenleben, der sozial gelebten Emotionalität und der Seelensphäre der Erde zuzuwenden. Wasser dient der Seele als Inkarnationsportal. Damit geht es um sehr viel mehr, als um eine äußere Trockenheit. Diese Dürre unserer Herzen wird letztlich auch die nachkörperlichen Reisen zunehmend erschweren. Bereits jetzt zeichnet sich in der geomantischen und schamanischen Arbeit ab, dass die Probleme mit Seelenverlusten, mit desorientierten Seelen an Orten, mit verlorenen Kontakten zur Ahnenwelt immer mehr zunehmen. Die Seelensphäre der Erde trocknet aus, wird versiegelt. Die Verbindungen, die „Seelenwege" zwischen Ahnenräumen der Erde werden mehr und mehr blockiert und zerstört und die Wege zu kosmischen Seelensphären lösen sich auf. Wird die Erde eine Sphäre der „durstigen Geister"? Eine Ebene, der versteinerten Seelen?

Eine Horrorvision, der ich mich nicht hingeben möchte. Das Wasser der Erde muss fließen dürfen, die Meere können wieder sauber werden und die Gefühle können wieder frei harmonisch ausgetauscht werden! Nur: Wir müssen es wollen! Lasst das Seelenwasser fließen, damit die dürstenden Böden sich wieder mit dem Kosmos verbinden können!

 

 

Bild: astrid860/istockphoto


Kommentare (3)

  1. Claudia Weidt-Goldmann:
    30.04.2019 07:04

    Das sind sehr klare fließende, energiereiche Worte, die mich grün-blau-frisch und frühlingserwachend genau zum richtigen Zeitpunkt erreichen.

    Ich erlaube mir zu ergänzen:

    Was liegt näher, als gerade jetzt dir fließenden natürlichen Kräfte der Natur zu unterstützen, indem jeder für sich stimmig die Natur in ihrem Werden gerade nun im Frühling achtet, ehrt, schützt und durch viele natürliche Sämereien, Stockvermehrungen, Nistkästen, Bruthöhlen oder auch mit Wasserspende(r)n für Flora und Fauna bedenkt und beschenkt.

    Ich bin sicher, es kommt an und wird den Naturkreislauf mit uns als kleine Einheit Mensch darin integriert, in der Gesamtheit aber auch als Einheit „Energiekreislauf“ heilsam stärken.

    Danke Stefan Brönnle für Deine mich erfrischenden Quellwasser-Worte! Ich habe sie gern als Verlinkung geteilt!

  2. Susanne Lins:
    08.05.2019 08:40

    Ich bin überwältigt von dem Begriff "Seelenwasser". Wir sind ja zu 2/3 aus Wasser und merken wie gut es tut, wenn das Wasser fließt, Tränen sich zeigen, der Körper gereinigt wird.
    Schön der Vergleich mit der Erde die austrocknet, so wie unsere Herzen, wenn wir nicht bemüht sind, das Wasser mit Allen zu teilen. Für dieses wunderbare Lebenselixier sollten wir der Erde dankbar sein, die Quellen sprudeln lassen, damit wir uns daran nähren und erfrischen können.
    Danke für den wunderbaren Impuls!

  3. Thomas Blodig:
    11.05.2019 09:44

    Ein sehr wahrer treffender Text. Ich schreibe bewusst nicht schön, weil es die momentane Lage der Erde und damit auch sämtlicher Wesen nicht ist. Es ist überall zu spüren und wird noch mit der hohen Elektrik um uns herum erhöht. Jeder kann seinen persönlichen Beitrag leisten, indem er/sie sorgsam mit der Natur umgeht und sie dort, wo er kann unterstützt. Danke für diesen Text.

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