Unheilvolle Zeichen: Der Blutregen


Regentropfen in einer roten PfützeBlutregen ist ein Naturereignis, bei dem rötlich verfärbter Regen fällt. In der Geschichte sind mehrere solcher Ereignisse beschrieben: In Homers Ilias schickt Zeus zweimal den Blutregen, um vor einem bevorstehenden Gemetzel zu warnen. Auch Plutarch berichtet über ein solches Symbolereignis im 1. Jahrhundert v. Chr. in Rom. Der Mönch Ralph Higden beschrieb in seinem Werk Polchronicon aus dem 14. Jahrhundert den Blutregen als ein Ereignis, das 787 eingetreten sein soll und als Vorzeichen der Wikingerinvasion gedeutet wurde.

Schwer belegbar ist, dass in matriarchaler Zeit der Blutregen als das fruchtbare Monatsblut der Himmelsgöttin gegolten haben soll.

Zwei kausale Sachverhalte können zum Blutregen führen: Wenn sich die sogenannte Blutregenalge Haematococcus pluvialis im Wasser befindet, kann diese über den Farbstoff Astaxanthin eine starke Rotfärbung erzeugen. Durch heftige Stürme, kann ein solches Wasser lokal aufgenommen werden und unweit wieder abregnen. Aber auch die rote Färbung des Schnees durch das Astaxanthin der Alge Chlamydomonas nivalis wird als Blutregen oder eben Blutschnee bezeichnet. Ebenso kann die Alge Trentephalia annulata das Phänomen auslösen.
Großräumiger kann rötlicher Saharastaub viele tausend Kilometer weit getragen werden und rötlichen Regen verursachen.

Wie schon oben angedeutet, wurde das Ereignis des Blutregens als unheilvolles Zeichen und meist als ein Omen starken Blutvergießens gedeutet.
2018 nun kann in Deutschland und Österreich ausgerechnet am Freitag, den 13. April vielerorts das Ereignis des Blutregens durch das Abregenen des Saharastaubs beobachtet werden. Symbolisch verbinden sich hier die einst sehr weiblich ausgedeutete, in unserer Kultur aber negativ belegte, Tagessymbolik mit dem als unheilvoll angenommenem Zeichen des Blutregens.

 

 

 

Bild © Stefan Brönnle (Vorlage joachimplehn/fotolia.com; Verändert)


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