Methoden der Landschaftswahrnehmung: Die Personalisierung


Weiße Tänzerin überlagert BirkenwäldchenDer Berg sieht aus wie. . .

Um tiefer in die Gestalt der Landschaft einzudringen, lässt man am besten — wie es schon unsere Ahnen taten — sein Unbewusstes sprechen. In einfachen Assoziationen erkennt man in Bergformen und anderen Landschaftsbildern Figuren, Tiere und Gegenstände. Im chinesischen Feng-Shui ist dieses Vorgehen von großer Wichtigkeit für die Interpretation des Landes. Am stärksten erkennt man den Charakter einer Landschaftsform aber dadurch, dass man sie einem Menschen gleichsetzt:

 

Stellen Sie sich vor, der Hügel vor uns sei ein Mensch! Wie würde er dann aussehen? Ist es ein junges Mädchen, verspielt und vergnügt? Oder ein weiser alter Mann? Trägt er schwer an der Last der auf ihm stehenden Häuser, oder ist die Kirche die Krone seines stolzen Hauptes? Was für ein Mensch wäre der Bach, der durch den Wald fließt? Welches Aussehen hätte der Wald? Durch solche Assoziationen erfahren wir den Charakter des innewohnenden »Geistes« der Landschaft, des genius loci, den die alten Völker als Gottheit verehrten. Wir werden wiederum erkennen: Es gibt Orte, die in der Tat sehr mütterlich sind, und mit etwas Glück finden wir Bestätigung, wenn wir erfahren, dass dies ein alter Mutterkultplatz war. Andere Orte wiederum sind von lichter Qualität und waren vielleicht dereinst bei den Kelten dem lichten Gott Lug oder bei den Römern Apoll geweiht?!

Fragen Sie sich:

  • Ist der Ort ein Mann oder eine Frau?
  • Wie alt ist er/sie ungefähr?
  • Wie steht er/sie im Sozialverband (einsam, beliebt, Führungsqualitäten, Mitläufer)?
  • Ist die Person reich oder arm?
  • Gibt es etwas, was die Person belastet? Was wäre das wohl?
  • Was sind die charakterlichen Stärken und Schwächen?
  • Was liebt die Person?
  • Gibt es Zukunftsträume/Wünsche?

Mit jeder Frage entschlüsseln sie mehr Ortsqualitäten…


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