Ab heute leben wir auf Kosten unserer Kinder


8. August. „Earth Overshoot Day“ – Der Welterschöpfungstag

Vertrocknete, rissige Erde, auf der die Umrisse der Kontinente sichtbar sindWie die Naturschutzorganisation WWF (World Wide Fund of Nature) mitteilte, ist mit dem heutigen Tag die Grenze der Biokapazität der Erde für 2016 überschritten. Während noch 1961 die Menschheit zwei Drittel der auf der Erde zur Verfügung stehenden Ressourcen brauchte, brauchen wir gegenwärtig rechnerisch 1,6 Erden, um unseren aktuellen Lebensstatus zu halten. Leben wir weiter in dieser Form und verbrauchen wir weiter durch unseren Lebensstil so viele Ressourcen, so werden bis 2030 zwei Planeten und bis 2050 sogar drei Planeten verbraucht.

Der Werterschöpfungstag ergibt sich aus Berechnungen des Global Footprint Networks. Der sogenannte „ökologische Fußabdruck“ zeig an, wieviel Fläche benötigt wird, um alle Ressourcenbedürfnisse (Landwirtschaft, Siedlung, Wasserverbrauch, Rohstoffe und die gesamte Energieversorgung etc.) zu gewährleisten. Am 8. August 2016 haben wir die rechnerischen Ressourcen für dieses Jahr verbraucht. Jeder weitere Verbrauch geht auf Kosten unserer Nachkommen, denen diese Ressourcen nicht mehr zur Verfügung stehen werden. Im Vergleich zu 2015 hat sich damit der Welterschöpfungstag um weitere 5 Tage nach vorn verlagert, im vergangenen Jahr war es noch der 13. August.

Der „ökologische Fußabdruck“ ist weltweit nicht einheitlich. So verbrauchen Industrienationen wie die USA derzeit fast 5 x unsere Erde, während z.B. der Lebensstandard Indiens nur 0,7 mal die Ressourcen unserer Erde aufbraucht.

Folgen dieses wahnsinnigen Raubbaus sind Überfischung der Meere, Entwaldungen, Belastung der Luft und der Gewässer mit gesundheitsgefährdenden Chemikalien und Bodenversiegelungen. So sank die biologische Artenvielfalt in den vergangenen vierzig Jahren um 52 %!

Jeder ist hier aufgefordert, seinen Lebenswandel zu überdenken und Energie- und Wasserverbrauch drastisch zu reduzieren. Gleichzeitig kann jeder positiv auf die Umwelt einwirken durch die Pflanzung heimischer Pflanzen und Bienenweiden, durch Bodenentsiegelung und Nutzung von Regen- statt Leitungswasser im Gartenbereich, durch Umstellung auf fleischarme Ernährung und den Einkauf biologisch produzierter Produkte.

Der Welterschöpfungstag ist zunächst nur eine rechnerische Größe, die aber sehr schnell zu physisch spürbaren Auswirkungen führen wird.

 

 

Bild © fotolia


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