Was sind eigentlich LEYLINES?


Steinreihen von Dartmore1. Der Begriff:

In den 1920er Jahren entdeckte ein englischer Kaufmann, Alfred Watkins, dass auf den britischen Inseln prähistorische Kultstätten wie Steinkreise, Menhire oder Ringwallanlagen, ebenso wie Kreuzungen uralter Straßen und christliche Kirchen oft auf einer schnurgeraden Linie, einem sogenannten Alignement, lagen. Die Kirchen, befanden sich sehr häufig in Ortschaften, die mit dem Suffix “-ley” endeten wie z.B. “Hinckley”, “Camberley” oder “Crawley”. Deshalb nannte er diese gerade Ausrichtung schlicht “Leys”.

“Ley” bedeutet soviel wie “Licht(ung)” oder “Brache” und ähnelt damit Ortschaften in Deutschland, die z.B. mit “-rode” oder “rade” enden und auf Rodungen verweisen. Um dem Geheimnis dieser Benennung auf die Spur zu kommen, muß man sich zu nächst fragen, wie eine Benennung überhaupt vor sich geht. Psychologisch einleuchtend ist, dass man Dinge nach ihrer Außergewöhnlichkeit benennt, um sie von anderen gleichartigen Dingen unterscheiden zu können: “Der Berg, mit dem Großen Felsen” oder schlichter “Felsenberg”; “Der grüne See” (nicht etwa der blau wirkende) ...usw. Darum mußten zur Zeit der Benennung dieser Ortschaften Lichtungen oder Rodungsinseln eher die Ausnahme gewesen sein. Dies weist darauf hin, dass die Ortschaften eher frühe Siedelungen darstellten. Im Altsächsischen bezeichnet “leia” oft einen Felsen (Siehe z.B. auch “Loreley”). Felsen sind natürlicherweise von Bewuchs frei, sonst würde man sie nicht als solche wahrnehmen, sie sind “licht”, “offen”.

Eine Theorie sieht daher die “-ley”-Orte als Orte an, an denen es natürlicherweise waldfrei war, die Wege zwischen diesen Ortschaften konnten dadurch leicht begangen werden, es waren sogenannte “Urwege”. So wird das Wort “Ley” (eigentlich “Weide”) in England manchmal als Slangausdruck für “Pfad” (im Sinne von “Feldweg”) verwendet. Wo aber herrscht Waldfreiheit? An Orten, die zu naß, oder zu felsig für den Bewuchs sind. Diese Orte hätten sich aber wiederum nicht für die Besiedelung geeignet, denn man brauchte fruchtbaren Boden für die Landwirtschaft. Dies könnte die Theorie erklären, dass die Linie der Ausrichtung selbst, das Alignement, den Bewuchs hemmt, ohne die Umgebung negativ zu beeinflussen, oder indem sie diese sogar fördert. Radiästheten bemerken jedenfalls, dass auf den von Watkins bezeichneten “Leys” ihre Rute heftig ausschlug: Die energetischen Leylines waren entdeckt.


2. Das Phänomen:

Der Begríff der Leyline gehört mit zu den am häufigsten verwendeten Begriffen in der Geomantie. Zu nächst wird damit einfach ein Alignement, eine Aneinanderreihung bedeutsamer Orte auf einer Geraden beschrieben. Radiästheten stellten aber auch Ruten (oder Pendel-)Reaktionen auf dien kartografisch ermittelten Linien fest. Die Struktur der gefundenen radiästhetischen Reaktionszonen unterscheidet sich dabei gravierend von einander, so dass strukturell von verschiedenen Phänomenen ausgegangen werden muß. Mit dem Begriff der Leyline z.B. verwandte oder ihm nahestehende Begriffe sind z.B.:

- Drachenlinie
- Energielinie
- Erdmeridian
- Margarethenlinie
- Geomantische Zone
u.v.a.

Somit unterscheidet sich der Ur-Begriff der Ley vom energetischen Phänomen, das damit benannt wird.


3. Persönliche Meinung

Folgende Beschreibung der Struktur einer Leyline bezieht sich daher auf den Begriff, wie er z.B. verwendet wird von Marko Pogacnik, Hans-Jörg Müller, auch von Johanna Markl u.a. - wie auch meiner eigenen Verwendung.

Das energetische Phänomen der Leyline ist ein im wesentlichen ätherisches Phänomen, das über einige Kilometer, manchmal über viele hundert Kilometer kartografisch betrachtet geradlinig verläuft, in der Detailbetrachtung aber durchaus leicht ondulieren kann. Der Kernbereich der Leyline ist röhrenförmig, wobei starke Ätherverwirbelungen im Außenbereich hinzukommen können. Im ätherischen Feld des Kerns werden häufig geistige Informationen mit transportiert, die in den auf dieser Linie stehenden Kirchen als wiederkehrende Symbole oder Themen auftreten können.
Am bekanntesten ist wohl die von Jens M. Möller beschriebene “Grals-Linie”, die Europa in Ost-West-Richtung durchquert und an der sich Orte aufreihen, die auf die eine oder andere Weise mit dem Gralsmythos verbunden sind wie z.B. die Kirche in der kleinen Ortschaft Wolframs-Eschenbach, aus der auch der berühmte deutsche Dichter des Parzivals stammen soll.

Bezogen auf die Sakralarchitektur stellen Leylines großräumige Phänomene dar, die verschiedene Kultstätten ebenso energetisch wie geistig-seelisch mit einander verbinden, so wie verschiedene Akupunkturpunkte auf einem Meridian. Der Vergleich mit der Kundalini im Rückenmarkskanal ist in der Tat sehr treffend. Drückt doch auch dieser einen Linienbezug von hoher energetischer Kraft aus, der Geist zu transportieren und zu transformieren versteht. Insofern könnte man Leylines als “Kundalinikanäle” des Erdorganismus bezeichnen.

Nach der Grifflängenradiästhesie zeigt sich eine Struktur folgender Wellenlängen (LA = Lecherantenneneinstellwert):
Äußerer Kernbereich: LA 2,45 cm (Erdäther)
Innerer Kernbereich: LA 2,0 cm (Feueräther)
Kennzeichnende Grifflänge: LA 16,1 cm

Meines Erachtens ist das so beschriebene Phänomen deutlich zu unterscheiden von
- Drachenlinien (J.Markl)
- Geistigen Leylines (M.Pogacnik)
- Geomantischen Zonen (E.Hensch)
- Margarethenlinie (H.-J.Müller)

Der Begriff "Energielinie" ist mir zu ungenau, da auch andere lineare Phänomne "energetisch" sind. "Erdmeridian" hat eine Verwechslungsgefahr mit dem geografischen Meridiansystem der Erde.



Bild © Stefan Brönnle: Steinreihe Dartmoor


Kommentare (5)

  1. Herwig Wolf:
    02.05.2016 23:31

    Als gelegentlicher Leyhunter freue ich mich immer wieder solche Phänomene zu erahnen und zu entdecken! Es sind Strukturen auf unserer (meiner) Erde, die ich wie ein kleines Kind, das einen schönen Stein gefunden hat, sammle, kartografiere und als Bereicherung empfinde... Schön, dass es sie gibt.

  2. Karl Aldinger:
    03.05.2016 19:19

    Gerd Pirchl beschreibt in seinem Buch Adernsterme seine Entdeckung der "Rätiasteine". Diese Steine besitzen eine gerichtete mit dem Pendel mutbare Ausstrahlung und wurden vor 5000 Jahren wahrscheinlich für Orientierungszwecke knapp unter dem Erdboden vergraben.

    Könnten diese Steine nicht die Erklärung für das Vorhandensein der Leylines bieten?

    http://www.amazon.de/Geheimnis-Adernsterne-Unterirdische-Orientierungslinien-prähistorischer/dp/3852562899/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1462295729&sr=8-1&keywords=adernsterne

    Ich bin sehr an den Einschätzungen anderer Fachleute interessiert!

  3. Stefan Brönnle:
    04.05.2016 08:40

    Lieber Herr Aldinger,

    "Kann es sein dass"-Fragen beantworte ich grundsätzlich mit "ja".
    Davon Abgesehen laufen kartografisch fassbare Leys oft viele hundert Kilometer und das kreuz und quer auf der Welt. Es kann also schlecht EINER Kultur zugerechnet werden. Wenn man die Kompatibilitätsschwierigkeiten bei Steckverbindungen, Papierformaten u.ä. sieht, ist es schwer vorstellbar, dass all diese Leys künstlich erzeugt sein sollen. Ich halte sie für ein natürlichen Phänomen. Aber, wie im Text schon beschrieben, müsste zunächst geklärt werden, ob das, was Herr Pirchel als "Leylines" beschreibt überhaupt dasselbe Phänomen ist wie das, was ich im unteren Textteil als Leylines beschrieben habe...

  4. Karl Aldinger:
    06.05.2016 04:28

    Lieber herr Brönnle,

    Herr Pirchl nennt die von ihm nachgewiesenen Linien nicht Ley-Lines. Mir ist diese Analogie nur aufgefallen. Wenn genug Steine (Pirchl nennt sie Raetiasteine) hintereinander gelegt werden, addieren sich ihre gerichtetetn Felder durchaus auf mehrere hundert Kilometer Länge und sind an jeder Stelle des Verlaufs mit dem Pendel nachweisbar, so dass Schiffe darauf navigieren können.

    Können Sie mir sagen welche „Ley-Lines“ auf der gesamten Länge radiästhetisch nachgewiesen wurden? Die Karte von Angelino Dulcert aus dem frühen 14. Jahrhundert zeigt viele Navigationslinien über ganz Europa. Einige davon konnte Herr Pirchl zusammen mit Kapitän Thomas Walli zur Navigation durch das Mittelmeer erfolgreich als GPS-Ersatz aus der Steinzeit nutzen. Diese Linien decken sich exakt mit den Linien auf der oben erwähnten Karte.

    https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/94/Map_of_Angelino_Dulcert_cropped.jpg

    http://www.amazon.de/Das-Raetiastein-GPS-Thomas-Walli/dp/3833489634/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1462500697&sr=8-1&keywords=raetiastein+gps

    Mit Hilfe dieser Linien war es ein Leichtes, Kultstätten auf geraden Linien anzuordnen. Die Raetiasteine wurden vor ca. 6000 Jahren etwa 30 cm unter der Erdoberfläche sternförmig (4 bis 56 Strahlen) in Reihen vergraben. Bei bedeutenden Kultstätten wie Stonehenge oder Chartres konnte Herr Pirchl 56 Strahlen nachweisen. Im Kreuzungspunkt dieser Strahlen, also im Zentrum eines „Adernsternes“, ist der Aufenthalt für Menschen schädlich. Durch Setzen von Menhiren wurde dieser Aufenthalt verhindert. In Chartres hat man einen Schacht gegraben, der nun aber von einem Holzdeckel im Zentrum des Labyrinths überdeckt ist.

  5. Stefan Brönnle:
    06.05.2016 09:29

    Lieber Herr Aldinger,
    leider kann ich Ihnen nichtmal eine ungefähre Zahl nennen, wieviele Leylinies radiästhetisch nachgewiesen wurden, das ja noch nichteinmal eine Übereinstimmung darin herrscht, was Leys genau radiästhetisch sind. Ich persönlich habe einmal EINE Leyline über ca 1000 Km verfolgt.Insofern bleibt all das Gesagte spekulativ. Natürlich kann man durch das Setzen von Steinen Felder aufbauen.Die Frage bleibt, ob dies so gewollt, oder ein Nebenprodukt ist.... Dagibt es noch viel zu forschen.

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