Götter und Heilige: Wechselnde Zeiten - ähnliche Bilder


Thor und DonatusWährend in der Antike einzelne Urkräfte, Archetypen sozusagen, als göttlich erfahren wurden, wurde der Mensch einer Präsenz hinter diesen Archetypen gewahr: Einem alles erfüllenden Bewusstsein , das das ganze Universum durchdringt.

Insofern ist der monotheistische Gottesbegriff sicher ein völlig anderer als z.B. der der Antike. >Gott< ist nicht mehr einfach ein Singular der Götter, er „gebiert“ diese sozusagen.

Die einzelnen früher verehrten Götter stellen sich damit als einzelne Urkräfte des All-Einen Bewusstseins dar und die Menschheit hat sich sozusagen um eine Bewusstseinsstufe erhoben. Damit sollen Religionen wie der Hinduismus nicht im Geringsten abgewertet werden, denn auch in ihrer Mythologie ist die Existenz einer höheren Bewusstseinskraft bereits verankert: Brahma.

Diese Hinwendung zu einem so übergeordneten alles durchdringenden und damit alles umfassenden Prinzip ist jedoch für das alltägliche Erleben fast nicht durchsetzbar. Die einzelnen Archetypen, die geistigen Urkräfte in ihren vielfältigen Facetten, bestimmen zu stark unser alltägliches Erleben, darum fanden diese im Katholizismus in einer schier unüberschaubaren Zahl von Heiligen einen neuen Platz im religiösen System. Viele alte Götter wurden so im christlichen Gewande neu verehrt.

Der Heilige Donatus ist ein solches Beispiel. (rechts im Bild: Abbildung aus der St. Wolfgangskirche /Berg). Es braucht gar nicht das Attribut des Blitzes, mit dem er verbunden ist, schon im Namen „Donatus“ scheint nur wenig latinisiert die germanische Gottheit Donar (Thor, links im Bild: Abbild von 1872) durch. Auch der christliche Mensch erkannte hinter den Urgewalten wirkende Bewusstseinsentitäten. Was lag näher, als diese aus heidnischer Zeit wieder in das christliche „Pantheon“ zu integrieren?



Bild © Stefan Brönnle


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