Unsere Pflanzengeister - Der Baldrian


BaldrianAndere Namen: Katzenkraut, Stinkwurz, Hexenkraut, Augenwurzel, Mondwurz, Bullerjan, Tolljan, Katzenwargel, Narde

Der botanische Name der Pflanze – Valeriana - leitet sich von lat. valere = kräftig, gesund sein ab. Der deutsche Name ist eine Ableitung des botanischen. Volksethymologisch ist er möglicherweise angelehnt an Namen des nordischen Lichtgottes Balder/Baldur. So war der Baldrian auch ein Attribut von Balder. Wie Balder hilft auch die Pflanze mitleidvoll und segnend jedem, der Hilfe braucht.

Die altgermanische Göttin Herta stellten sich die Germanen ebenfalls mit einem Baldrianstengel in der Hand vor. Baldrian wurde zum Schutz vor allem Unheil an die Haustür gehängt. Wenn ein Baldrianbüschel, das im Zimmer aufgehängt wurde, sich bewegt, sobald eine Person der Raum betritt, so ist diese mit bösen Kräften im Bunde. Wer Baldrian bei sich trug, galt als unempfindlich gegen Hexenzauber und geschützt vor dem Teufel. In Sachsen gab es den Brauch, Neugeborenen Baldrian ins erste Bad hineinzugeben, um sie vor Krankheiten, der Pest und bösem Neid zu schützen.

Der christlichen Legende nach wuchs der Baldrian aus den Blutstropfen, die vom gekreuzigten Heiland auf den Boden fielen. Jesus wurde in Bethanien mit Nardenöl (Baldrian) gesalbt. Aber der Baldrian galt auch als eine Pflanze Marias: In einer Kirchlichen Weiheformel, die auf einer Handschrift aus dem 14. Jahrhundert erhalten ist, gehört Baldrian neben andern Pflanzen zu den Kräutern, die am Maria-Himmelfahrts-Tag „von Maria oder ihr zu Liebe“ gesegnet wurden.

Baldrian galt als schützender Geist, denn er gewährte ruhigen, erholsamen Schlaf. Baldrian war ebenso ein Gegenmittel bei Zorn und Uneinigkeit. Er konnte cholerische und jähzornige Gemüter besänftigen und Streit schlichten. Andererseits stand er auch dem Ruf Zorn zu erregen, wenn er gekaut würde. Ein Scharfrichter, der ein für seinen Beruf unübliches weiches Herz hatte, musste deshalb vor jeder Hinrichtung auf einer Baldrianwurzel kauen, um nicht vom Mitleid mit dem Delinquenten übermannt zu werden.

Baldrian gilt als eine Pflanze der Elfen und Wassernymphen. Hierin kommt das Lichte und Leichte des Baldrians zum Ausdruck (darum auch die Bewegung des Baldrians, wenn Böses in der Nähe ist und die Zuordnung zum Lichtgott Balder)

Baldriantee kalt zubereitet und vor einer Meditation eingenommen, kann zu außerkörperlichen Erfahrungen und einem Gefühl des Schwebens führen. Baldrian-Essenz kann auch im Gartenbau verwendet werden, um andere Pflanzen vor Frost zu schützen, was die wärmevermittelnden Qualitäten des Baldrians hervorhebt. Zudem soll dies auch die Blüte der Pflanzen stärken, was wiederum den lichtvollen Charakter des Baldrians unterstreicht.

Die Blütenessenz des Baldrians unterstützt die Selbstwahrnehmung und hilft ein Prozessen der Veränderung. Er hilft, sich aus festgefahrenen Zuständen zu befreien, in denen man wie hinter einer Maske verborgen lebt und bringt eine Qualität der seelischen Wärme ins Leben.


Baldrian – Der lichte Geist der ruhigen Bewegung.



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