Von der Kraft des Ortes – Ortskontiunität des Heiligen


Malta TempelBei Tas-Silg im Süden Maltas befand sich ursprünglich eine Siedlung aus der matriarchalen Ghar Dalem Zeit (5000 v. Chr.). Ihr folgte ein megalithischer Tempel in der Tempelzeit, auf den ein phönizischer Astrate-Tempel, gefolgt von einem römischen Juno-Tempel gebaut wurde. Schließlich wurde das Baptisterium eines frühchristlich-byzantinischen Marienheiligtums in die Hauptapsis des Megalithtempels gebaut. Zusammen mit der heutigen hundert Meter entfernten Marienkirche “Maria im Schnee” besitzt dieser Ort damit eine über 7000jährige Kontinuität in der Verehrung des Göttlich-Weiblichen auf Malta. Der Ort blieb der gleiche, die Tempelarchitektur änderte sich.

Auch der berühmte Wallfahrtsort Lourdes war, wie archäologische Grabungen während einer Umbauphase zeigten, wohl eine in der Eiszeit genutzte Kulthöhle. In Meiendorf bei Hamburg gibt es einen Teich. Auch hier fanden Archäologen die Reste von verschiedenen Kultstätten im gleichen Teichabschnitt. Die Datierungen zeigten aber, dass zwischen den kultischen Handlungen am Ort mehr als 3000 Jahre lagen. Dennoch wurde der gleiche Teichbereich als heiliger Raum identifiziert.

Manchmal sind diese Kultkontiunitäten an einem Ort offenbar nicht zeitlich linear, sondern folgen scheinbaren Zyklen, manchmal werden sie von einer sakralen Institution wie der christlichen Kirche bewusst angeordnet, wie die bereits beschriebenen päpstlichen Edikte von 392 und 601 n.Chr. zeigen: 392 n.Chr. ordnete des Edikt des Theodosius an, alle heidnischen Stätten in Kirchen umzuwandeln. 601 n.Chr. wiederholt Papst Gregor in einem Brief an den Erzbischof von London diesen Erlass. Die Kirchen sollten die alten, zum Teil bis ins 8. Jahrhundert hinein genutzten heiligen “heidnischen” Stätten übernehmen.

Die Grundlage dieser Entscheidungen, ob nun bewusst oder unbewusst, ist die Heiligkeit des Ortes an sich. Und Gott sprach zu Moses: “Tritt nicht heran, zieh` deine Schuhe aus; denn der Ort, auf dem du stehst, ist heiliger Boden!” (2. Mose 3, 5).



Bild © Stefan Brönnle: Tempel Mnajdra/Malta
 

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