Astrologie in der Kunst


Das abendmahl von Leonardo da Vinci mit seiner astrologischen ZuordnungKunst transportiert Wissen. Manchmal unterschwellig, manchmal offensichtlich. Eine vor allem in anthroposophischen Kreisen verbreitete Auffassung sieht das „Abendmahl“ von Leonardo da Vinci als eine symbolische Darstellung des Zodiaks am Himmel.
Natürlich ist Christus als Lichtgestalt, als „solarer Heros“ der Sonne gleichzusetzen und die 12 Apostel wurden nicht nur einmal mit dem Tierkreis am Firmament assoziiert. In Leonardos Bild aber kommt die Eigenschaft der Sternzeichen tatsächlich in Gestik und Haltung der einzelnen Figuren sehr gut zum Ausdruck.

Beginnen wir rechts außen.

Simon repräsentiert das Sternzeichen Widder. Seine markante Stirn und die unmittelbar nach vorne weisende Gestik stehen symbolisch für den Kopf, der in der astrologischen Zuordnung Widder zugewiesen wird, und die Impulsivität und Geradlinigkeit des Widders.

Thaddäus hält ein Brot in der Hand. Ein Symbol für die Nahrung und körperliche Zuwendung des Stiers. Auch die zum Körper weisende Handfläche bringt die auf das Körperliche ausgerichtete Symbolik des Stieres gut zur Geltung.

Die Zwillinge werden durch Matthäus repräsentiert. Kopf und Gestik weisen in verschiedene Richtungen, ebenso wie das „Entweder-Oder“ der Zwillingsenergie.

Der Krebs als Zeichen ist in sich gekehrt. Weich und verletzlich erscheint Philippus. Er deutet auf sein Inneres, das beim Krebs – trotzt harter Schale – weich und verletzlich ist.

Der Löwe dagegen ist dominant. Die Gestik von Jakobus dem Älteren ist daher auch ausbreitend und selbstsicher. Auch seine starke Haarmähne verweist auf den Löwen. Seine Kleidung ist grün wie das Herzchakra, das dem Löwen (Brust) zugeordnet wird.

Die Jungfrau ist kritisch, steht aber in der Regel nicht so gerne im Vordergrund. – Genau wie die Darstellung des Thomas, der hinter Jakobus versteckt vor allem seinen kritisch erhobenen Zeigefinger erkennen lässt.

Die Waage mit Ihrer Anmut und Sehnsucht wird links neben Jesus durch die weichen und weiblichen Züge des Johannes zur Geltung gebracht. Vor seiner Mitte berühren sich die Farben rot und grün der Gewänder und werden hier ausbalanciert.

Auch der Skorpion liebt das Verborgene. Dunkel und grimmig – wie der Skorpion manchmal empfunden wird – taucht Judas (wer sonst?) von hinten zwischen Johannes und Petrus auf und repräsentiert damit die Schattenaspekte des Seins, die ihm in der Bibelgeschichte eine verräterische Rolle geben.

Das Feuerzeichen Schütze wird durch den in der Bibelgeschichte leicht aufbrausenden Petrus dargestellt. Der Schützeherrscher Jupiter wird wie Petrus als „Wetterheiliger“ verehrt.

Dem Steinbock als Erdzeichen ist die Abgrenzung wichtig. Andreas hält symbolisch die Hände abweisend vor sich.

Der Wassermann dagegen liebt als Luftzeichen den Kontakt mit Gleichgesinnten einer Gemeinschaft, so hält auch Jakobus der Jüngere Körperkontakt mit seinen Mitjüngern, in dem er die Arme um ihre Schultern legt.

Mit Bartholomäus schließlich schließt sich der Kreis in den Fischen. Astrologisch werden den Fischen die Füße zu geordnet und Bartholomäus steht so seitlich am Tisch. Er ist auf die Füße gesprungen – als einziger.

Gruppiert sind die Jünger in 4 Gruppen, die den jeweils drei Monaten einer Jahreszeit entsprechen. Von rechts nach links: Frühling, Sommer, Herbst und Winter – mit den in der jeweiligen Jahreszeit liegenden Tierkreiszeichen.

 

So wird die sakrale Kunst hier zum Ausdruck symbolisch-esoterischen Wissens, das durch sie transportiert wird.

 

 

Bild © Stefan Brönnle


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