Grundlagenwissen: Astronomie und Astrologie und der Beginn des Wassermannzeitalters


Grafik Tierkreis- und SternzeichenHimmelsnordpol und Ekliptikpol sind in ihrer Beziehung zu einander nicht statisch. Die Erdachse taumelt sozusagen um den Ekliptikpol. Eine “Umkreisung” des Ekliptikpols dauert dabei ca 25920 Jahre und wird Platonisches Jahr genannt. Durch das Taumeln verschiebt sich ebenfalls der Frühlingspunkt im Tierkreis jeweils “rückwärts”. Diese Verschiebung wird Präzession genannt. So liegt heute der Frühlingspunkt (also der Sonnenstand zur Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche) in den Fischen und wandert allmählich in das Sternzeichen Wassermann. (Daher das vielbeschworene “Wassermannzeitalter”)

Der Tierkreis (Zodiak) ist sicherlich den meisten Menschen bekannt. Entlang der Ekliptik reihen sich die Sternbilder Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage, Skorpion, Schütze, Steinbock, Wassermann und Fische auf und werden im Jahreslauf optisch von der Sonne durchwandert. Ist man z.B. im Zeichen des “Wassermanns” geboren, so stand die Sonne zur Geburtszeit vor dem Sternbild des Wassermanns, weshalb es nicht sichtbar war. Wenn dies hier so beschrieben wird, werden die meisten Leser ihr Horoskop im Kopf haben.



Astronomisches Bild und astrologisches Zeichen:

Jedoch ist das astrologische Tierkreiszeichen vom astronomischen Sternbild zu unterscheiden. Die heute übliche Astrologie tut nämlich so, als stünde der Frühlingspunkt bei 0 Grad Widder. Wie oben bereits beschrieben, steht der Frühlingspunkt aber zurzeit in den Fischen und wandert allmählich in der Wassermann (Was jetzt nichts gegen die Deutungsmöglichkeiten der Astrologie sagen soll, das ist ein anderes Thema!). So sind die Sternbilder in etwa um ein Tierkreiszeichen in der Astrologie verschoben. Hinzu kommt, dass in der Astrologie davon ausgegangen wird, dass alle Tierkreiszeichen gleich groß sind. Sie werden im Horoskop mit jeweils 30 Grad angegeben. Astronomisch jedoch sind die Sternbilder ganz unterschiedlich groß und die Sonne brauch unterschiedlich lange Zeit um ein Sternbild zu durchwandern. Relativ große Sternbilder sind z.B. die Jungfrau oder die Fische, Waage oder Krebs dagegen nehmen nur wenig Raum im Band der Ekliptik ein.


Wassermannzeitalter:

Dies ist auch mit ein Grund, warum sich die Datierungen für den Beginn des Wassermannzeitalters sehr unterscheiden. Zunächst einmal waren im Laufe der Jahrtausende die Sternbilder nicht immer gleich groß. Nicht dass sich dort am Himmel etwas verändert hätte, nein, es ist vielmehr so, dass die Bilder am Firmament anders gedeutet wurden. Einige Sterne wurden hinzugenommen, andere für das gedachte Bild weggelassen. Dies beschreibt aber wiederum nur den Bereich, der von den einzelnen Sternen eingenommen wird. Die gedachten Bilder ragen oft über diese hinaus. Ein erster Schritt zur Definition der Größe der Sternbilder wurde auf dem ersten europäischen Astronomenkongress 1798 unternommen. Die heute gültigen Größen der Sternbilder wurden 1928 definiert. Zu guter Letzt überlappen sich auch noch einige Sternbilder, z.B. eben auch die Sternbilder von Fische und Wassermann. Darum schwanken die Aussagen, wann nun das vielbeschworene “Wassermannzeitalter” anfängt, wann also der Frühlingspunkt der Sonne in den Wassermann wechseln wird, erheblich, je nachdem welche Sternbildgröße angenommen wird und ob als Beginn der Eintritt in das Sternbild, die Berührung des ersten Sterns des Sternbildes oder das Verlassen des alten Sternbildes herangezogen wird. Doch selbst mit sehr gutem Willen wird das Wassermannzeitalter wohl nicht vor dem Jahr 2300 n. Chr. anbrechen!

Bild © Stefan Brönnle

 

 


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