Unsere Pflanzengeister - Der Fingerhut


FingerhutAndere Namen: Fingerpiepen, Handschuhkraut, Potschen, Waldglocke, Waldschelle, Fingerkraut, Fuchskraut, Schwulstkraut, Unserliebenfrauenhandschuh

Der botanische Pflanzenname „Digitalis“ leitet sich vom lateinischen Wort „digitus“ = Finger ab und bezieht sich auf die fingerhutähnliche Form der Blüten.

Nach griechischer Mythologie soll der Fingerhut entstanden sein als der Geifer des Höllenhundes Cerberus die Erde berührte. Nach römischer Vorstellung ist die Pflanze entstanden als der Göttin Juno ein Fingerhut auf die Erde viel. Darüber war sie so traurig und mürrisch, dass sie dadurch alle anderen Götter vergraulte. Endlich konnte Jupiter seine Gattin wieder aufheitern, indem er den Fingerhut in eine Blume verwandelte.

Bei den Kelten, vor allem den sogenannten „Inselkelten“ (also auf den britischen Inseln) ist die Pflanze eng mit dem „kleinen Volk“ verbunden. In Irland wird sie „fairy muffe“ (Feen-Fingerhut) genannt und in Wales „Menyg-Ellyllon“ (Handschuh der Elfen). Es herrscht dort bis heute die Sage, dass der Fingerhut jeedes vorübergehende überirdische Wesen dadurch grüße, dass er sich vor ihm verneigt.

In verschiedenen keltisch inspirierten Sagen wird erzählt, dass der Fingerhut die Kopfbedeckung der Feen und Elfen sei. Böse Feen aber stülbten den Füchsen Fingerhutblüten auf die Pfoten, damit diese lautlos ihr Unwesen in den Hühnerställen treiben konnten. Auch versuchte man verhexte Kinder mit der Pflanze zu heilen, was wegen ihrer Giftigkeit oft tödlich endete.

Der rote Fingerhut ist wohl eine der stärksten heimischen Giftpflanzen. Schon sehr geringe Mengen können tödlich sein. Einer Schweizer Sage nach benutzt der Teufel die Blüte als Fingerhut. So ist der Fingerhut wie viele magische Pflanzen sehr ambivalent: Er schützt vor den Elfen, bietet ihnen aber zeitgleich ein Zuhause, er vertreibt das Böse oder dient ihm als Werkzeug. In Wales wurde aus der Pflanze schwarze Farbe gemacht, mit der Kreuze auf den Steinboden gemalt wurden, um das Böse fernzuhalten.
Wie schon in der griechischen Mythologie steht der Fingerhut oft mit der Unterwelt oder Geisterwelt in Beziehung.

Die Blütenessenz des roten Fingerhutes befreit aus selbst- oder fremdbestimmten inneren Begrenzungen, die gefühlsmäßig im Herzbereich als Enge- und/oder Beklemmungsgefühl in Erscheinung treten. Vor allem, wenn dem der Verlust eines geliebten Menschen vorausging. Der weiße Fingerhut (White Foxglove) dagegen hilft, wenn man sich ständig ablenken läßt, die Konzentration verliert und unaufmerksam und vergesslich ist.

Der Fingerhut – Tor zur Geisterwelt
 

 

Bild © Thinkstock


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