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Wintersonnwende: Geomantische Bauten

20. Dez. 2014 | Von: Stefan Brönnle | Kategorien: Geomantie, Mythen, Astronomie | 0 Kommentare

Wintersonnwende Stonehenge

Das Ereignis der Wintersonnwende ist ein zentraler mythologischer Punkt geomantischer Arbeit – und das quer durch die Kulturen.

Die Sonne geht nicht an jedem Tag des Jahres an der gleichen Stelle am Horizont auf, sie verschiebt im Jahreslauf ihren Aufgangspunkt ab der Frühjahrestagundnachtgleiche mehr und mehr nach Norden, um zur Sommersonnwende ihr nördlichstes Extrem zu erreichen. Sodann kehrt sich die Bewegung um und wandert zurück nach exaktem Ost, geht darüber hinaus, um zur Wintersonnwende sehr weit im Südosten aufzugehen und anschließend die Bewegung wieder umzudrehen.
Der Aufgangspunkt der Sonne zur Wintersonnwende, in der Zeit größter Dunkelheit wurde daher von zahlreichen geomantisch konzipierten Bauten angepeilt. Hier einige Beispiele:

Newgrange in Irland. Es wurde etwa in der Zeit des ersten Stonehenge und der maltesischen Tempel erbaut (3200 v.Chr) und gehört mit zu den ältesten überdachten steinernen Bauwerken der Welt. Über dem Eingang zu diesem sakralen Bauwerk, das meist als “Ganggrab” bezeichnet wird, obgleich ein Grab nicht belegt ist, befindet sich eine gerade mal briefkastengroße Öffnung. Am Tag der Wintersonnwende fällt das Licht der aufgehenden Sonne durch diese Öffnung und durch den sich leicht windenden Gang bis ans Ende der Kammer, um dort für wenige Minuten (17 Minuten) eine Triskele, eine dreifache Spirale zu beleuchten.

Stonehenge: Entlang des Walles gibt es im Nordwesten und Südosten der Anlage 4 sogenannte “Stationssteine”. Peilt man an ihnen entlang, so kann man am Horizont den Mondaufgang und -untergang am Tag der kleinen und großen Mondwende, den Sonnenauf- und -untergang zur Wintersonnwende und den Sonnenuntergang zur Sommersonnwende beobachten.

Cuzco: Die alte Inkastadt im heutigen Peru, die 1440 vom Herrscher Pachacuti geplant wurde, stellt ein solch herausragendes Beispiel geomantisch-sakraler Planung dar. Im Zentrum der Stadt lag der Sonnentempel Coricancha. Diese “Mitte der Mitte” richtete sich nach der Wintersonnwende (in Cuzco – weil südlich des Äquators - am 21. Juni!) aus. An diesem Tage saß der Inkaherrscher in einer speziellen Nische, die mit Gold ausgekleidet war. Fielen die Strahlen der Sonne auf Ihn, so erstrahlte er wie der Sonnengott Inti selbst.

Aachen/Münster: Im 8. Jahrhundert errichtete Karl der Große hier seinen Palast. Die achteckige Palastkapelle bildet das Zentrum des heutigen Aachener Münsters. Es ist ein wunderbares Beispiel astronomischer Orientierung. Wie in Chartres fällt am 21. Juni, der Sommersonnwende, das Licht der Sonne direkt auf eine goldene Kugel, die aus dem Gewölbe herabhängt. Wenn Karl der Große auf dem dort errichteten Thron saß, muss ihm an diesem Tage das Licht unmittelbar in das Gesicht geschienen haben. Zur Wintersonnwende dagegen erhellen die Sonnenstrahlen ein Mosaik, das Christus zwischen den griechischen Buchstaben Alpha und Omega (Anfang und Ende) zeigt. Zur Geburt Christi wird sein Abbild von der Sonne erhellt!

Die Wintersonne zeigt also mythologisch die Befruchtung der Erde, ihre Durchgeistigung und den Neubeginn eines Zyklus.




Bild: © Thinkstock

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