Unsere Pflanzengeister - Der Frauenmantel


Unsere Pflanzengeister – Der Frauenmantel

FrauenmantelAndere Namen: Frauenhäubel, Frauenhilf, Frauenmäntli, Frauenrock, Liebfrauenmantel, Marienkraut, Milchkraut, Muttergottesmantel, Taufänger, Taukraut, Taumantel, Tauschüsserl, Weiberkittel, Alchemistenkraut, Gewittergras, Frauenheil, Frauenhut, Frauenhaarmantel, Frauenkraut, Frauentrost, Frauenwurzel, Marienblümli, Marienmantel, Venusmantel.


Bei den Germanen war der Frauenmantel Freya, der Göttin der Liebe und Fruchtbarkeit, heilig. Er wurde von den heilkundigen Frauen bei abnehmendem Mond gesammelt, um die Blutflüsse der Frauen zu stillen und Wunden zu heilen. Der sich sammelnde „Tau“ soll die Tränen darstellen, die Freya um Ihren Gemahl geweint hat. In christlicher Zeit sah man in der Blattform den Mantel Marias, unter dem Menschen Schutz fanden.

Der botanische Name des Frauenmantels (Alchemilla) leitet sich vom arabischen alkemelych (Alchemie) ab. Darauf verweist auch der Volksname „Alchemistenkraut“. Die Alchemisten versuchten, "Gold" aus seinen "Tautropfen" zu gewinnen. Der Frauenmantel scheidet das Wasser durch feine Poren am Blattrand aus. Diese "Gutatationstropfen" an den Blättern, die aktiv von der Pflanze ausgeschiedenes Wasser sind, wurden auch "Tau" genannt. Die Anwendung der Flüssigkeit führe dazu, dass >ältere Weiber in den Zustand der Jungfräulichkeit zurückversetzt< werden. Auch wird der Frauenmantel bei Liebes- und Fruchtbarkeitsritualen verräuchert und angewendet. Schon die Druiden begehrten dieses "Pflanzenwasser", denn es diente ihnen zur rituellen Reinigung bei kultischen Handlungen.


Im Frauenmantel leben verborgene Geister, die eben diesen Tau heraustreiben. Als „Wetterpflanze“ konnte man über den Frauenmantel Regen vorhersagen: „Schwitzt“ der Frauenmantel, so kommt Regen. Der Name "Gewittergras" kommt von der Annahme, dass Frauenmantelkränze, an Fenstern, Türen oder auf dem Dachfirst angebracht, vor Blitzschlag schützen sollten.


Der Frauenmantel – Geist des Wassers und der Weiblichkeit




Bild © Stefan Brönnle


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