Die Magie des Eisens


Schmiedeeisernes FriedhofstorEisen ist für uns heute ein Sinnbild der Härte und Festigkeit. Ein "eiserner Wille" ist standhaft, "mit eiserner Hand" regiert man mit unbeugsamem Willen. Allerdings kann Eisen rosten, weshalb es dennoch dem Verfall unterliegt. Es wird dann ausgemustert. Wird man als nicht mehr tauglich angesehen, gehört man "zum alten Eisen". Diese wenigen umgangssprachlichen Ausdrücke zeigen schon, dass das Eisen einen festen Platz in unserer Symbolik und unseren Mythen erworben hat.

Das Eisen ist fester Bestandteil des geistigen Evolutionsprozesses der Menschheit geworden, wenn dies auch menschheitsgeschichtlich noch gar nicht so lange her ist:
Bekannt ist das Eisen zwar schon seit rund 8000 Jahren, so gibt es vereinzelte Funde meist ritueller Gegenstände aus Samarra, Ur und Mesopotamien, doch handelte es sich dabei meist um Meteoreisen, worauf auch die alte mythische Bezeichnung "Himmelserz" hindeutet. Wirklich reproduzierbar herstellbar wurde Eisen aber erst vor ca. 3000-3500 Jahren, als die nach im benannte Eisenzeit begann. Die erste Herstellung wird um 1400 v. Chr. den Hethitern zugeschrieben. Vor allem die idäischen Daktylen sollen es gewesen sein. Sie galten in den Mythen als dämonische Geister des Waldes. Im Märchen "Eisenhans" können wir Spuren davon erkennen. So ist die Herkunft des Eisens mit den Göttern (Himmelserz) oder den Geistern (Daktylen) verbunden.

Unser deutsches Wort "Eisen" hat verschiedene Wurzeln: isara (keltisch), eisarn (gotisch), isarn (althochdeutsch) bzw. später Isen (mitelhochdeutsch). Es besteht die Vermutung, dass sich das flüssig geformte und dann erkaltend erhärtende Eisen vom sich ebenso verhaltenden Eis ableitete. Eisen bezeichnete folglich eine Art geronnene Magie, oder vielmehr auch Anti-Magie.

Bei den Germanen wurde Thor das Eisen geheiligt, der seinerseits als Schützer und Widersacher vor allem vor Schadmagie galt. Interessanterweise spielt das Eisen als Element eine große Rolle in der Immunität, also der Krankheitsabwehr, des Körpers. Um vor Verwünschungen zu schützen, wurden sogenannte Hexenleitern aus Eisennägeln erstellt, um Hexen zu erkennen, wurden Eisenscheren kreuzförmig aufgeklappt unter den Stuhl geklebt. Ein bösartiges magisches Wesen konnte sich nicht setzen und wurde so erkannt. Vor allem wegen seinen magnetischen Eigenschaften, jener unsichtbaren Kraft, die anzog oder abstieß, wurde dem Eisen schon sehr früh magische Kräfte zugeschrieben: Das eiserne Hufeisen über der Tür sollte Unheil abwehren. Friedhofstore sind in der Regel aus geschmiedetem Eisen, um den Geistern den Ausgang zu verwehren.

Aus ähnlichen Gründen "hassen" Andersweltwesen wie die Feen das Eisen. Wer Magie praktizieren wollte, bemühte sich darum, dass die Utensilien nicht mit Eisen in Berührung kamen. Die Goldene (nicht eiserne!) Sichel, mit der die Druiden nicht nur die Mistel schnitten, ist ein Beispiel dafür. Für magische Tränke genutzte Kessel bestanden oft aus Kupfer. Eine magische Inschrift auf dem Stein von Eggjum (Westnorwegen) aus dem 8. Jahrhundert lautete: "Die Sonne schien nicht darauf und der Stein wurde nicht mit Eisen bearbeitet". In diesem Sinne besitzt Eisen eine magieabwehrende eigene Magie.

Wie bereits erwähnt, hatte die Entdeckung des Eisens und die Kunst der Verarbeitung durch den magischen Schmied  einen starken geistigen Impuls im Menschheitsgeschehen. In der Kupferzeit, bzw. auch Kupfer-Steinzeit genannt, herrschte überwiegend noch eine innige Verbindung mit der Natur mit einer starken matrifokalen (mutterzentrierten) Ausrichtung. Verehrt wurde die Magna Mater, die Große Göttin. Kupfer ist das Metall der Venus. Es wundert nicht, dass die matrifokalen Figurinen als "Venus" bezeichnet werden, wie z.B. die berühmte "Venus von Willendorf".
In der Bronzezeit kommt es langsam zum Umbruch und zum Aufleben patriarchaler Impulse: Dem Hauptbestandteil Kupfer (Venus) wurde z.B. Zinn zugemischt und so eine neue, härtere Legierung geschaffen. Zinn untersteht dem Jupiterprinzip. Während der Bronzezeit halten sich matrifokale und patriarchale Denkweisen noch die Waage. Den Durchbruch erlebt das Patriarchat in der Eisenzeit (je nach Region ab ca. 1200 bis 800 v. Chr). Eisen besitzt das sehr "männliche Prinzip" Mars.
Der Konflikt zwischen der naturbezogenen venusischen Magie der matrifokalen Kultur und der marsbezogenen, sich mehr und mehr der matriellen Denkweise bedienenden, "Magie" des Patriarchats begegnet uns auch im Zusammentreffen der mütterlichen Wanen mit den väterlichen Asen. So ist die Magie des Eisens eigentlich nicht so sehr eine Antimagie an sich, als vielmehr ein magischer Impuls, der eine völlig neuartige magische Komponente einbrachte. Geistwesen wie die Feen aus der Anderswelt sind venusischer Natur, Eisenmagie ist marsischen Typus.

Interessanterweise trägt sich der Archetyp dieses Konflikts bis ins patriarchale Christentum hinein, in dem nun Eisen u.a. zu einem Symbol der Sünde, also des Falls aus dem paradiesischen Zustand, wird.

Im marsischen Eisen schwingt sich der Mensch auf, die Erde zu beherrschen, statt auf wanisch-venusische Art MIT ihr zu wirken. Bis in die industrielle Revolution hinein, ja letztlich bis ins 20. Jahrhundert, bestimmte das Eisen in seiner Kraft und Magie den menschlichen Kulturprozess. Erst Ende des 20. Jahrhunderts wird dieser nun durch das Silizium abgelöst.

 

 

 

 

 

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Bild © Pavel Chagochkin/shutterstock


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