Unsere Pflanzengeister – Der Schachtelhalm


SchachtelhalmAndere Namen: Ackerschaftheu, Bandwisch, Fegekraut, Fuchsschweif, Kandelwisch, Kannenkraut, Katzenschwanz, Katzenstiel, Katzenwedel, Katzenzagel, Kuhtod, Polierkraut, Pferdeschwanz, Ratzenschweif, Schabrausch, Schafheu, Schafstroh, Scheuergras, Zinngras, Zinnheu, Zinnkraut, Zöpfling.

Der deutsche Pflanzenname leitet sich von den in einander geschachtelten Stengelgliedern ab. Der botanische Pflanzenname „equisetum“ ist eine Ableitung von lateinisch „equus“ = Pferd, da die Sporentriebe einem Pferdeschwanz nicht unähnlich sind. Auch viele Volksnamen sind darauf zurückzuführen (Katzenwedel, Pferdeschwanz, Ratzenschweif). Andere Volksnamen nehmen darauf Bezug, dass die Pflanze zum Putzen von Zinn Anwendung fand (Fegekraut, Zinngras,…).

Vor etwa 400 Millionen Jahren bildeten baumgroße Schachtelhalme ganze Wälder. Der gängigen Theorie nach sind zu großen Teilen aus ihnen unsere Steinkohlevorkommen entstanden. Die Pflanze hat sich sozusagen remineralisiert.

In der griechischen Mythologie war es Prometheus, der die Menschen erschuf. Von Gaia wusste er vom göttlichen Samen, der in der Erde verborgen lag. Diesen nahm er und formte um ihn aus Lehm den ersten Menschen. Doch da die ersten Menschen noch geistlos umherirrten, entlehnte er den Tieren die Emotionen. Athene gab den Verstand hinzu. Doch Zeus wollte den Menschen das Licht und die Wärme vorenthalten. So nahm Prometheus einen langen Schachtelhalm und entzündete ihn an Helios Sonnenwagen. So brachte er mit Hilfe eines Schachtelhalms den Menschen das Feuer.

Der Schachtelhalm begegnet uns hier als axis mundi, als Weltenachse, die die Verbindung von Materie und Geist („Feuer“ aus der Götterwelt) schafft. Der Schachtelhalm „durchgeistigt“ sozusagen die Stofflichkeit und gibt ihr Sinn und Ordnung.

Schon in der Antike war der Schachtelhalm in Griechenland als Heilpflanze bekannt. Die Griechen nannten ihn „hippuris“ (Pferdeschwanz) und Dioskurides empfahl die Pflanze als Blutstiller. Plinius der Ältere behauptete sogar, einen Stengel bloß in der Hand zu halten, lasse Blutungen aufhören.

In Alchemie und Volksglauben war die Pflanze Saturn zugeordnet. Ließ man die kopfüber über dem Bett trocknen, so schenkte sie den Mann Fruchtbarkeit, was sicherlich auf die Signatur des langen Stiels zurückzuführen ist. Der Sud des Schachtelhalms dagegen half gegen Haarausfall und sollte den Männern helfen, die Gunst einer Frau zu erlangen. Als Tee von der Angebeteten getrunken, erhofften sich die Jünglinge deren Aufmerksamkeit.

In der Signaturlehre erinnerten die Nodi (Knoten) an den Aufbau der Wirbelsäule. Die Pflanze zeigt eine klar gegliederte und geordnete Form. In der Tat ist die Pflanze beinahe ein floral gewordenes Mineral. Sie steckt voller Kieselsäure, so dass sie unter dem Mikroskop eher einem Kristall ähnelt. Daneben enthält die Pflanze aber auch große Mengen an Calcium, Magnesium und Eisen.
Verräuchert sollte nach altem Volksglauben der Schachtelhalm Schlangen anziehen, die für die Wahrsagerei genutzt werden konnten. Er öffnet sozusagen die Weisheit (Wahrsagekunst) und Geistigkeit der Erde, denn die Schlange gilt als das Symboltier Gaias. Auch die Indianer Nordamerikas sollen mit aus Schachtelhalmen hergestellten Pfeifen Schlangen angelockt haben.

Eine Schachtelhalm Räucherung ordnet alte Strukturen und löst dadurch alte Verhaltensmuster auf. Sie bringt Licht in unser Bewusstsein. Neue Entscheidungen können getroffen und neue Gedanken zum Leben erweckt werden.

Der Schachtelhalm – Geist der Ordnung und Durchlichtung der Struktur

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